MITWELT

Klimaschutzabgabe - Kirchenkreis setzt Synodalbeschluss um

Mit der Klimaschutzabgabe wird ein Projekt in Tansania und ein Projekt auf den Philippinen unterstützt. Insgesamt € 463,00 für 2009 und 2010 hat der Kirchenkreis an das Nordelbische Zentrum für Weltmission gezahlt, um damit einen Beitrag für die 75 Kleinwasserkraftanlagen auf den Philippin-nen bzw. ein Modellbiogaswerk in Tansania zu leisten.Die Synode des Kirchenkreises hatte 2008 beschlossen, dass für alle Dienstflüge im Auftrag des Kirchenkreises eine Klimaschutzabgabe gezahlt wird und damit in den armen Ländern Klimaschutzprojekte gefördert werden sollten. Die CO 2 Belastung wird je nach Fluglänge berechnet. Gemeindeglieder und Gemeinden, die sich dem anschließen wollen, können gerne ihre Klimaschutzabgabe an den Kirchenkreis überweisen.Auf der Internetseite www.atmosfair.de gibt es einen Emissionsrechner, mit dem man die Klimaschutzabgabe berechnen kann.


Mitwelt-Infos

von Hans Stenzel, Umweltbeauftragter des Kirchenkreises Jülich

Januar 2011 - Tierhaltung
Wir verachten das System der Tierhaltung, darum müssen wir jetzt handeln.
In diesen Tagen hören und sehen wir täglich vom Missbrauch an Tier und Mensch durch vergiftetes Futter. Es heißt wir seien selber Schuld, weil wir massenhaft Fleisch zu billigen Preisen wollen. 1980 hat der durchschnittliche Deutsche noch 30 Kilogramm Fleisch und Wurst pro Jahr gegessen. 2009 waren es rund 88 Kilogramm! Würden alle Menschen auf der Welt, demnächst sieben Milliar-den, so leben wie wir, bräuchte es allein für die Ernährung mindesten zwei Planeten. Es stimmt einfach nicht, dass der Mensch von Natur so eingerichtet sei, dass er sich nur mit Fleisch gesund erhalten kann. Mein Freund hat sich schon seit vielen Jahren vom Fleisch verabschiedet und ist bei bester Gesundheit. Heute wird nicht mehr verschwiegen, dass durch übermäßiges Flei-schessen Herz- und Kreislaufleiden, die Übertragung von Viren und Giftstoffen, die Gefahr von Osteoporose, Gift, Rheuma, Blutdruck usw sich. beim Menschen einstellen. Einmal in der Woche Fleisch essen, wie früher, aus artgerechter Haltung, ohne Giftfutter. Das hilft der Gesundheit und der Umwelt.


Wir sollten uns erinnern: Ein guter Braten braucht Liebe und viel Zeit. Damit sich der Aufwand lohnt, sollte das Fleisch gut sein. Es darf also auch etwas kosten. Noch vor 30 Jahren ist Fleisch vieler-orts nur sonntags auf den Tisch gekommen. So ein Sonntagsbraten war ein Fest für die Augen, die Nase, den Gaumen und ein soziales Ereignis. Denn zum Braten hat sich die ganze Familie um den Mittagstisch versammelt, genossen, geredet und gelacht.

Menschen haben fast immer Fleisch gegessen. Dies soll nicht generell zu Ende sein. Aber wenn wir wirklich nicht wollen, dass die Tiere qualvoll gehalten und dann auch noch qualvoll geschlachtet werden, dürfen wir die Augen nicht verschließen und die Ohren nicht verstopfen. Dann müssen wir den Weg der Versöhnung mit den Tieren gehen, die Haltung tiergerecht betreiben und die Tiere mit gesundem Futter ernähren. Dann kann es doch nicht sein, dass Masttierhaltungen vor der Haustür in unseren Gemeinden neu gebaut werden. Es gilt wieder eine Zivilisation aufzubauen und dabei auf Einrichtungen für Tiere zu verzichten, die nachweislich Tier und Mensch schaden!<

 

Das Wind- Wasser- Sonne- Kraftwerk
Es liegt am Fuße des Harzes, am Duiberg und heißt Dardesheim. Es gibt hier 33 Windanlagen. Die-se liefern heute bereits das 4o fache an Energie, was die 930 Einwohner für Kühlschränke, Lampen und Computer benötigen. Es gibt zudem zehn Photovoltaik- Anlagen. Sie liefern rechnerisch auch schon ein Drittel des lokalen Verbrauchs. Bald wird ein „ regeneratives Kraftwerk“ gebaut, welches die ganze Region mit ihren 250 000 Einwohnern vollständig aus erneuerbaren Energien beliefern wird, denn wenn man die verschiedenen sauberen Energiequellen zusammen schaltet, dann sind Versorgungslücken ohne Schwierigkeiten zu schließen. Dies muss uns ermutigen, noch mehr neue Naturstromanlagen aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse zu bauen und ebenfalls die fehlenden Stromnetze ergänzen( Es werden im Jahr mehr als 10 Milliarden Euro von den Stromverbrauchern eingenommen, aber nur 2 Milliarden- jährlich investiert!). Nur dieser Weg führt zu CO2-Minderung in Millionen Tonnen. Ökostrom in mehr als einer Million Haushalte Mehr als eine Million deutsche Haushalte haben in 2007 Ökostrom bezogen. Im Vergleich zu 2006 bedeutet das ein Plus von 46 Prozent, wie eine vom Ökostromanbieter Greenpeace – Energy undvon „ Energie& Manegment“ veröffentliche Umfrage ergab.<


Und wie sieht es in unseren Kirchengemeinden aus?
Wir haben von 2002 bis 2009 737.ooo KWh an Naturstrom erzeugt! Dies ergab eine Einsparung von ca. 470 Tonnen CO2!

Fragen Sie in Ihrer Kirchengemeinde nach, wie Sie zu Öko- Strom kommen, dabei auch keine Grund-gebühr mehr zahlen müssen und obendrauf noch einen Bonus von 50 Euro bekommen. Wir –der Kirchenkreis Jülich- sind jetzt Mitglied bei „Naturstrom“ Sie können es morgen auch werden. Jetzt handeln lohnt sich! BGH zeigt EON und RWE ihre Grenzen auf Der Bundesgerichtshof(BGH) hat der Macht der Energiekonzerne EON und RWE auf dem deutschen Strommarkt Einhalt geboten. Nach einer ergangenen Grundsatzentscheidung kann EON und vermutlich auch RWE künftig keine weiteren Beteiligungen an Stadtwerken kaufen, damit auch den eige-nen Stromabsatz zu sichern.

Kirchenkreis Jülich: Gedanken zur Zukunft der Automobilisierung

Der Mitweltausschuss des Kirchenkreises Jülich hat sich ernsthaft mit der Frage nach dem „Danach“ gestellt. Es geht hier um die Frage, wie die Welt nach dem Abschied vom Verbrennungsmotor infolge Treibstoffmangels aussehen könnte. Auch wenn man im Augenblick versucht, die letzten Öltropfen auf unglaublich umweltschädigende Weise aus Schiefergestein zu pressen. Werden wir unseren kapitalistisch geprägten Weg weiter gehen, der darin besteht, dass die reichen Industrienationen für eine elektrisch betriebene Zukunft die Ressourcen der Welt zu Lasten der armen Länder ausbeuten? Dass regenerative Energie – in wachsendem Maß in den wenig entwickelten Ländern erzeugt - dazu benutzt wird, das Modell Elektroauto am Laufen zu halten? Offensichtlich geht die Politik unserer Regierung in Richtung auf „Weiter so!“. Denn seit dem 2. Juli 2016 kann nach den Plänen der Bundesregierung ein Autokäufer beim Erwerb eines Elektroautos eine Prämie von bis zu 4000 Euro und für Hybride 3000 Euro erhalten – wenn es nach dem 18. Mai 2016 gekauft oder bestellt wird. Mit diesen – letztlich aus Steuermitteln gespeisten - Prämien wird eine Automobilindustrie belohnt, die selbst nur geringe Anstrengungen für eine Technikwende unternimmt, also zum Jagen getragen werden muss, und darüber hinaus für ihren weltweiten Umweltbetrug an Käufern von Dieselfahrzeugen und an der Bevölkerung belohnt wird. Doch man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, die Technikwende vom Verbrennungs- zum Elektromotor zu einer weiter gefassten Diskussion zu nutzen. Eine Diskussion - soweit man sie überhaupt will - die für die reichen Industrienationen schmerzhaft sein wird, denn sie bedeutet im Kontext einer gerechteren Welt den Verzicht auf viele – und vielleicht auch unnütze – Annehmlichkeiten. In den folgenden Beispielen geht es um Sachverhalte, die im Wesentlichen durch unser Tun, also dem der reichen Industrienationen bestimmt werden: . Waschsender Tourismus, verbunden mit einem enormen Schadstoffausstoß der Luxuslinern trägt zur Klimakatastrophe in den „armen“ Ländern bei und damit auch zur Flüchtlingsproblematik. . Als Exportweltmeister (dazu zählen auch die exportierten Waffen) nehmen wir massiven Einfluss auf die Entwicklung anderer Länder und sind wie - im Beispiel Syrien - gleichfalls für Fluchtbewegungen verantwortlich. . Die im unserem Lande stark zunehmende Verkehrsdichte an PKW und vor allem LKW macht ein Umdenken dringend notwendig. Das digitale Zeitalter sollte dafür genutzt werden, den Arbeitsplatz unter Einbeziehung des Home-Office neu zu definieren. Die morgendlichen und nachmittäglichen Verkehrsdurchsagen gehörten dann der Vergangenheit an. Die Bahn zieht sich immer mehr aus dem Güterverkehr zurück, anstatt die Transporte erheblich auszuweiten. Diese Beispiele lassen sich beliebig vermehren. Es scheint eine kostspielige Mammutaufgabe zu sein, auch nur einen Teil der anstehenden Probleme zu lösen. Aber schulden wir es als Christen nicht den nachfolgenden Generationen - und das aufrichtig und ehrlich gegenüber uns selbst?

Doel/Tihange und die Jodtabletten: Vorsorge oder Verdummung?

Sicher waren Sie schon so aufmerksam und haben sich mit Jodtabletten eingedeckt. Jodtabletten, die Sie bei einem Störfall in den belgischen (Schrott-) Kernkraftwerken Doel und Tihange einnehmen sollten, um möglichst kein radioaktives Jod in Ihren Körper gelangen zu lassen - Jod, das in der Schilddrüse angereichert und gespeichert wird. Und Sie sind sicherlich auch darüber informiert worden, dass die Einnahme der Jodtabletten erfolgen muss, bevor die radioaktive Wolke Sie erreicht. Auch über die Risiken hinsichtlich Ihres Alters bei der Einnahme der Tabletten sind Sie aufgeklärt worden. Und dabei ist das radioaktive Jod 131 mit einer Halbwertszeit von 8 Tagen nur eines der vielen radioaktiven Isotope, die bei einem ernsthaften Störfall freigesetzt werden. Wenn das alles nicht auf Sie zutrifft, gehören Sie vielleicht zu den Menschen, die sich ernsthaft Sorgen über die Auswirkungen eines atomaren Störfalles machen, die sich nicht gern Sand in Augen streuen lassen und die Maßnahmen wie die Verteilung von Jodtabletten für eine lächerliche und unangemessene „Vorsorge“-Aktion halten. Die Verteilungsaktion der Jodtabletten erinnert stark an den Rat aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, sich im Falle einer Kernwaffenexplosion mit einer zu diesem Zweck mitzuführenden Aktentasche über dem Kopf auf den Erdboden zu werfen. Gehen die verantwortlichen Stellen wirklich davon aus, dass wir die verheerenden Folgen und Opfer der Unglücke von Tschernobyl und Fukushima schon vergessen oder verdrängt haben? Es ist nicht bekannt, dass die Folgen der radioaktiven Verseuchung in diesen Fällen durch Jodtabletten gemindert werden konnten. An Stelle der die Situation verniedlichenden Verteilung von Jodtabletten wäre die Veröffentlichung eines Katastrophen- bzw. Evakuierungsplan dringend notwendig, um der Bevölkerung die Auswirkungen eines nuklearen GAU (größter anzunehmender Unfall) vor Augen zu führen. Welche Teile der Bevölkerung müssten in welchem Radius um das verunglückte Kernkraftwerk in welcher Zeit wohin evakuiert werden? Und welche Stellen sollen eine solche logistische Meisterleistung planen und durchführen? Sich dies einmal zu gegenwärtigen, sollte den Druck auf die Forderung nach Abschaltung der beiden maroden Kernkraftwerke erhöhen. Könnte es sein, dass Doel und Tihange immer noch am Netz sind, weil laut unserem herrschenden Wirtschaftssystem nun mal der Profit Vorrang vor den berechtigten Bedürfnissen der Menschen hat?

Was ist der „Grüne Hahn“?

Regelungen zum Umweltmanagement existieren schon rechtlange in Vorgaben der internationalen Norm DIN EN ISO 14001 ff sowie der europäischen Öko-Audit-Verordnung EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Zweck dieser Vorschriften ist es, Arbeitsabläufe in Unternehmen so zu organisieren, dass nicht nur der gesetzlich geforderte Umweltschutz eingehalten, sondern eine kontinuierliche Verbesserung der betrieblichen Umweltauswirkungen erreicht wird. Genau hier setzt das kirchliche Umweltmanagement ein, allerdings mit einem System „Grüner Hahn“, das auf kirchliche Verhältnisse zugeschnitten ist. Die Zusammenarbeit basiert auf einem gemeinsamen christlichen Selbstverständnis, auf dem Gedankengut zur Bewahrung der Schöpfung, und auf Freiwilligkeit. Umweltmanagement ist ein systematischer Weg, der vom Reden zum Handeln führt. Es geht um die kirchliche Glaubwürdigkeit. Um sich der Umweltauswirkungen der kirchlichen Einrichtungen bewusst zu werden, liefert das „Grüne Datenkonto“ eine systematische und methodisch einheitliche Möglichkeit der Aufzeichnung zunächst der Bestandaufnahme und später der jährlich weiteren Entwicklung. Das „Grüne Datenkonto“ ist das Werkzeug, um beispielsweise Verbrauchsdaten an Strom, Wärme und Wasser festzuhalten und es wird bundesweit innerhalb des Projektes „Grüner Hahn“ als webbasiertes System zur Verfügung gestellt. Der „Grüne Hahn“ wurde und wird in gemeinschaftlicher Arbeit vom bundesweiten Netzwerk „KirUm“ (kirchliches Umweltmanagement) entwickelt und kann von allen kirchlichen Einrichtungen genutzt werden. Kirchengemeinden achten meist auf die Umwelt. Dennoch wird oft unwissentlich Energie verschwendet oder unnötig Müll verursacht. Sich dessen bewusst zu werden und dagegen zu steuern ist ein Anliegen des „Grünen Hahn“. Bisher hat der Kirchenkreis unter Leitung des Vorsitzenden des Mitweltausschusses 2 Staffel in Zusammenarbeit mit dem Landeskirchenamt der Rheinischen Landeskirche sowie mit der Landeskirche von Westfalen durchgeführt. Folgende Kirchengemeinden haben sich daran beteiligt: 1. Staffel KG Gangelt, Selfkant, Waldfeucht KG Geilenkirchen KG Heinsberg KG Übach-Palenberg Verwaltungsstelle des Kirchenkreises 2. Staffel KG Düren KG Jülich KG Linnich KG Linnich KG Schwanenberg Einen Zertifizierungsabschluss zum „Grünen Hahn“ haben bisher nur die KG Gangelt, Selfkant, Waldfeucht sowie die KG Geilenkirchen. Dabei ist jeder aus der Kirchengemeinde eingeladen, sich zu beteiligen und seine besonderen Talente und Stärken einzubringen. Auch Außenstehende können mitarbeiten. Denn wichtig ist für die Planung und Umsetzung der Projekte die Teamarbeit. Eine 3. Staffel steht zur Durchführung an. Interessierte KG können beim MWA melden.

Was ist“RENDER“?

Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen, besteht dringender Handlungsbedarf. Das Handlungsinstrument ist die Energiewende. Aber wie kann man dies mit konkreten Inhalten füllen und was soll bis zum Jahr 2030 erreicht sein? Wie kann die Umsetzung für die Kommunen, Unternehmen und Bürger verständlich gemacht werden? Diese Fragen beziehen sich zunächst auf das Gebiet der Städteregion Aachen, um die Zahl der Betroffenen überschaubar zu halten. Die Antworten soll das Projekt „RENDER“ liefern. Für was steht der Begriff „RENDER“? Es ist die Abkürzung für „Regionaler Dialog Energiewende“ und ist ein Projekt der RWTH Aachen. Genauer gesagt: wird es getragen vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft (FIW) unter der Federführung des Projektleiters, Herrn Jens Schneider. Das Konzept dieses Projektes besteht darin auf Basis der Energiewende im Rahmen eines offenen und intensiv geführten Dialogs die geeigneten Flächen und Größen für den Bau von Windkraft-, Photovoltaik- und Solaranlagen für den Zeithorizont 2030 zu ermitteln und aufzuzeigen. Wobei sonstige Anlagen wie Kraft – Wärme – Kopplungs-, Wasserkraft- oder Biogasanlagen, etc. ebenfalls dazu gehören. Dieses Konzept hat auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) überzeugt. Es fördert das Projekt bis September 2018 mit 3,5 Millionen Euro. Auch der Kirchenkreis Jülich war von dem technischen und soziologischen Verbundprojekt überzeugt und hat mit einem „Letter of Intent“ vom 30.09.2015 sich bereit erklärt, als Kooperations- und Netzwerkpartner im Rahmen der Möglichkeiten das Projekt zu unterstützen und in der Zusammenarbeit eine Multiplikatoren Funktion einzunehmen. Anlässlich der 3. Entwicklungskonferenz konnte zum Thema „Klima retten – Braunkohle stoppen – Zukunft gestalten“ vom 3.2.2017 den Mitgliedern der Energiesynode das Projekt „RENDER“ vorgestellt werden. Mit Einführung durch den Fördergeldgeber, Herrn Staatssekretär Thomas Rachel, und dem anschließenden Vortrag durch Herrn Jens Schneider, war man von den Ergebnissen und von der Wirkung des Projektes überzeugt. Die Einstufung Aachen einerseits als Oberzentrum und andererseits die Suche nach ausreichenden Flächenpotentialen, hat zur Folge, das dazugehörige Einzugsgebiet neben der Städteregion Aachen auch in einem erweiterten Projekt die Landkreise Düren und Heinsberg mit einzubeziehen sind. Klaus-Dieter Koss

Umwelt schonen mit dem Mieterstromprojekt „Paul-Pfeiffer-Haus“ in Erkelenz

Mit dem Mieterstromprojekt beschreitet die evangelische Kirchengemeinde Erkelenz im Paul-Pfeiffer-Haus mit einem BHKW neue Wege. Den Bewohnern des Paul-Pfeiffer-Hauses (PPH) an der Burgstraße sind die Themen Energiesparen, erneuerbare Energien oder Klimaschutz nicht unbekannt, so haben sie doch auf dem Dach seit 15 Jahren eine Photovoltaikanlage liegen und seit 8 Jahren im Keller ein Blockheizkraftwerk- BHKW - stehen. Das BHKW war seinerzeit angeschafft worden, um das Haus mit Strom und sozusagen als Abfallprodukt zugleich mit Wärme zu versorgen. Nur geklappt hat das nicht. Das Presbyterium stand vor einer schwierigen Entscheidung: sollte der Betrieb eingestellt werden oder nicht. In jedem Fall: so konnte es nicht weitergehen. Angeregt durch eine Arbeitsgruppe des Mitweltausschusses des Kirchenkreises kam der Kontakt zu einem erfahrenen Fachmann zustande. Der Hersteller des BHKW hatte mittlerweile erkannt, dass neben den örtlichen Wartungsfirmen Spezialisten gebündelt in Centren notwendig waren. Das für Erkelenz zuständige Center der Firma Senertec sitzt in Monschau. Schnell hatte man die Fehler erkannt und Vorschläge für die Optimierung des Betriebes erarbeitet, um die Anlagentechnik für die nächsten 10 Jahre fitzumachen. Die Kosten für die Auf- und Nachrüstung betrugen 25.000€, keine Kleinigkeit. Der Kirchbaumeister, Ulrich Leister, stellte sich der Herausforderung, das Presbyterium zu überzeugen. Was ihm mit seinen beruflichen Erfahrungen und mit der intensiven Auseinandersetzung der Betriebsweise der Anlage gelang. Jetzt erfolgte mit der praktischen Umsetzung die eigentliche Arbeit. Bislang wurde der erzeugte Strom ins Netz der NEW zu geringen Beträgen eingespeist. Wirtschaftlicher war es für die Kirche, aber vor allem für die Bewohner, die erzeugte Energie vollständig im Haus selbst zu nutzen und nur noch zur Abdeckung der Spitzen, Strom von der NEW zu beziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, waren mit der NEW in zahlreichen Gesprächen Verhandlungsgeschick und Ausdauer notwendig. Um dem Beschluss des Presbyteriums, den selbst erzeugten Strom den 13 Mietparteien zu einem günstigen Preis zur Verfügung zu stellen, zu realisieren, musste ein modernes Mess- und Zählsystem vor Ort installiert werden. Zumal neben den Wohnungen auch die Heizung, der Aufzug und der Allgemeinbereich des Hauses mitversorgt werden müssen. Sowas leistet nur ein intelligenter Messzähler. Hier half ein Produkt der Aachener Firma Discovergy, das das Zahlenmaterial für die Stromabrechnungen liefert. Auch hier ist man schon in der Zukunft, denn die bekannten schwarzen Stromzähler nach dem Ferrari-Prinzip sollen nach und nach durch solche intelligenten Messzähler ersetzt werden. Die seit dem 4.7.2016 in Betrieb gegangene Anlage hat bis zum 31.12.2016 über 10.000kWh Strom erzeugt und über 36.000kWh Wärme geliefert. Ein ganz wichtiger Gesichtspunkt ist die Entlastung der Umwelt durch die Einsparung von CO2-Emissionen. Seit dem Start des Mieterstromprojektes sind es über 10.000 kg. Im Einzugsbereich der NEW sowie im Kirchenkreis Jülich gibt es kein vergleichbares Projekt und ist ein gelungenes Beispiel zur Schöpfungsverantwortung. Klaus-Dieter Koss

Kontakt

Hier finden Sie Artikel, Berichte und Informationen zu Fragen, die unseren Umgang mit der Mitwelt betreffen.

Mitglieder der Mitweltausschusses des Kirchenkreises Jülich und andere sachkundige Menschen werden ihr Wissen auf diesem Wege hilfreich zur Verfügung stellen.

Auch die anderen beiden Aspekte Frieden und Gerechtigkeit, werden Beachtung finden. Sie sehen also, dass der konziliare Prozess auch in unserem Kirchenkreis unvermindert weiter geht. (Was der konziliare Prozessist, lesen Sie am besten bei Wikipedia nach.)

Seien Sie neugierig! Und wenn Sie wichtige Informationen für uns haben, schicken Sie eine Mail an Johannes de Kleine
presse@kkrjuelich.de!