Monatsandacht

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
(Ezechiel 37,27)


Gerade ist das Reformationsjubiläum auf seine Zielgerade eingebogen. Wir sind erfüllt von der Botschaft von der unverdienten Gnade Gottes, erfüllt vielleicht auch von manchem Gottesdienst, mancher Veranstaltung, die uns berührt und bewegt hat.
Und sogleich geht es wieder um die Niederungen unseres menschlichen Alltags. November, ein eher dunkler Monat, Buß- und Bettag gefolgt vom Ewigkeits- oder Totensonntag. Für viele unter uns eine Zeit mit einem schmerzhaften und schuldbewussten Blick auf das eigene Leben. Für viele auch eine Zeit, in der alte oder frische Trauer lebendig ist.
Die gute Nachricht: Gott, der Herr über Leben und Tod, lässt uns nicht allein auf unserem Weg. „Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“ Will heißen: Gott ist mitten unter uns, ganz dicht an unserer Seite in guten wie in schweren Tagen. Wir sein Volk, er unser Gott. Wir seine hilfe- und trostbedürftigen Menschen, er unser Helfer und Tröster. Wir schuldbeladen und gebeugt durch die Lasten und Sorgen unseres Lebens, er vergibt uns unsere Schuld und lädt unsere Lasten auf seine Schultern. Wir oftmals rat- und hilflos angesichts der vielen Entscheidungen, die wir zu treffen haben; er ein guter Ratgeber und Wegweiser.
Er unser Gott, wir sein Volk. Das heißt auch: wir sind zum einen Menschen mit einer lebendigen Beziehung zum Schöpfer und Erlöser und zugleich zu unseren Mitmenschen. Wir sind das Volk Gottes. Gott ruft uns auf, als sein Volk zu leben, in Solidarität und gegenseitiger Hilfe bei uns und weltweit, mit Bereitschaft zur Vergebung und zu neuen Anfängen. Gott selbst schenkt uns die Kraft, füreinander da zu sein und Wege gemeinsam zu gehen. Auch so werden seine Hilfe, sein Trost, seine Liebe unter uns Wirklichkeit. Und in der von Gott gestifteten Gemeinschaft der Glieder des Volkes Gottes werden wir auch die dunklen und belasteten Tage überstehen.
Gott ist unser einziger Trost, unser einziger Halt im Leben und im Sterben. Seine gute Beziehung zu uns, zu seinem Volk, wird kein Ende haben. So getröstet, also gestärkt und ermutigt gehen wir unseren Weg – in diesem eher dunklen Monat und unser ganzes Leben lang. Und weil Gott unter uns wohnt, wird sein Licht immer hell genug scheinen, damit wir den Weg vor uns sehen und ihn getrost gehen können.

© Johannes de Kleine vdm