Monatsandacht

Liebe Leserinnen und Leser,
mit der Jahreslosung für das Jahr 2018
möchte ich mit Ihnen das Jahr beschließen
und in das neue Kirchenjahr gehen:


Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst!


Gott schenkt »umsonst«.
Das ist unvorstellbar, in einer Welt,
in der niemand irgendetwas geschenkt bekommt.
In unserer Ökonomie hat alles seinen Preis.
Darum war die Freude bei den Hirten auf dem Felde wohl so groß,
weil die Verheißungen der Propheten Wirklichkeit geworden war,
dass Gott sich den Niedrigen und Armen zuwendet
und die Verhältnisse des Lebens auf den Kopf stellt.

Gott schenkt Leben in Fülle – umsonst.
So viele Menschen dieser Erde
dürsten nach Frieden, nach Gerechtigkeit,
nach medizinischer Versorgung,
nach einer sicheren Lebensgrundlage,
nach einer sicheren Zukunft für ihre Kinder.
Mangel und Bedürftigkeit auch in Beziehungen,
bei verletzten Seelen,
bei vorenthaltenen Teilhabemöglichkeiten
am gesellschaftlichen Leben,
bei Verlustängsten und Perspektivlosigkeit.
Durstig an Leib und Seele suchen Menschen nach einer Quelle,
die den Durst stillt und aufleben lässt.

Im Kind in der Krippe wendet Gott sich meiner Not zu.
Schenkt er eine Vorstellung davon,
wie die Welt sein könnte,
wenn wir aus seiner Quelle des Lebens schöpfen.
Umsonst.

Dieses kleine Wort verändert alles.
Es ist die Rechtfertigungsbotschaft,
die Martin Luther in der Bibel wiederentdeckt hat.
 
Umsonst sind wir von Gott
durch die Liebe
seines Sohnes Jesus Christus angenommen.
Umsonst können wir andere annehmen und ihnen Gutes geben.
Uns wird nichts weggenommen.
Wir gewinnen nur:
Frieden, Gerechtigkeit, Menschlichkeit.
Leben in Fülle für alle – umsonst.

Das ist keine Vision,
sondern das ist Gottes Wirklichkeit,
die zu unserer Wirklichkeit werden will.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie
gesegnete Weihnachten
und ein von Gottes Quellen getränktes neues Jahr 2018

Pfarrer Jens Sannig
Superintendent

 
Pfarrer Jens Sannig
Superintendent